Fechten in Itzehoe
  Alcedo-Projekt
 
Das Alcedo-Projekt
Problem
Fett, faul und gefräßig
Laut WHO sind zwei Drittel aller Kinder körperlich zu wenig aktiv. Zu wenig Bewegung, zu viel Medienkonsum, unausgewogene Ernährung, psychischer und sozialer Stress tragen dazu bei, dass sich die Gesundheit unserer Kinder langsam, aber stetig verschlechtert (Kriemler et al. 2004, 2007). Dies wirkt sich nicht nur negativ auf die Gesundheit der Kinder aus, sondern auch auf jene der späteren Erwachsenen. Studien belegen, dass nicht im Sportverein aktive Kinder drei- bis zehnmal so häufig übergewichtig sind wie ihre Altersgenossen im Sportverein. Vermutlich halten sich Kinder, die im Vorfeld bereits über eine geringe motorische Leistungsfähigkeit verfügen, dem Feld des Sports fern. Damit steigt kurz oder lang der Fettanteil an der Körpermasse an. Das zunehmende Gefährdungspotenzial für die nachwachsende Generation in psychosozialer wie physischer Hinsicht ist offensichtlich (Gerlach 2004).
Was kann man gegen die im Kindesalter beginnende Fehlentwicklung tun, die sich zum Teil erst mit den Jahren, dann aber umso deutlicher zeigt?
Wie sind die Kinder (oder doch eher die Eltern?) aus dem Haus zu locken und wie ist ihnen der Spaß an der Bewegung nahe zu bringen.
 
Gegenmittel
Fechten
Neben der körperlichen Bewegung werden nach Barth und Beck durch die Ausübung des Fechtsportes insbesondere Selbstsicherheit, Wahrnehmungsfähigkeit, strategisch-taktisches Denkvermögen, Aufmerksamkeit, Überlegen und schnelle Entscheidungen positiv beeinflusst. Die Begleitung eines Fechtprojektes an einer Grundschule bestätigt diese Aussage auch für Kinder und ergab, dass viele positive Wirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung und Lernfähigkeit der beteiligten Schulkinder festgestellt wurden. Die Mädchen konnten darüber hinaus noch besonders hinsichtlich ihres Selbstwertgefühles vom Projekt profitieren (Horn 2006).
Die Hypothesen „Fechten steigert die Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer“, „Fechten steigert das Selbstbewusstsein und die Erfolgszuversicht“ sowie „Fechten vermindert die Aggressivität im Schulalltag“ wurden durch das Projekt eindrucksvoll bestätigt (Horn 2006).
 
Umsetzung
Alcedo-Projekt
Der ETSV Gut Heil Itzehoe hat eine lange und äußerst erfolgreiche Fechttradition. Der Fechtabteilung stehen drei hervorragend qualifizierte Trainer zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund soll ein Projekt aus der Taufe gehoben werden, dass die oben genannte Problematik bekämpfen helfen soll. Es besteht aus zwei Phasen.
In der ersten Phase ist vorgesehen ein attraktives, mobiles Gerät zu erstellen, mit dem die Möglichkeit besteht, auf Kinder-, Stadt-, Dorf- und Kulturfesten sportliche Aktivitäten auch denen nahe zu bringen, die sonst nie erreicht werden könnten. Sehr gute Erfahrungen wurden mit einem ähnlichen Gerät ("Fechtmobil") durch den Deutschen Fechterbund auf zahlreichen Veranstaltungen gemacht. Da das Gerät die Besucher anlocken und für sportliche Aktivitäten begeistern soll, ist es zwingend erforderlich, es sehr attraktiv zu gestalten. Für die optische Attraktivität ist vorgesehen, ein großformatiges Foto auf die Front zu kleben.
Zur Erfüllung der Aufgabe am Gerät sind flinke und koordinierte Stöße mit dem Florett auf eine wechselnde, definierte Trefferfläche erforderlich. Dabei sind Vorkenntnisse des Fechtsports nicht erforderlich. Die Herstellung soll im Mai 2008 erfolgen. Dann kann das Gerät auf öffentlichen Veranstaltungen im Sommer 2008 eingesetzt werden.
Die zweite Phase des Projektes zielt darauf ab, die Kinder, deren Interesse geweckt wurde, für einen dreimonatigen Sportkurs (Mitte September bis Mitte Dezember 2008) mit Schwerpunkt Fechten zu gewinnen. Dafür stehen Hallen- und Trainerzeiten des ETSV Gut Heil Itzehoe zur Verfügung. Ebenfalls stellt die Fechtabteilung den Kindern Ausrüstung zur Verfügung, die im Rahmen der Vereinsarbeit beschafft wird. Eine Mitgliedschaft im ETSV Gut Heil Itzehoe ist hierzu nicht erforderlich.
Am Ende des Kurses sollen alle Kinder einen Aufnäher als „Lohn“ für ihre sportliche Leistung erhalten. Hierzu soll Maskottchen entwickelt werden. Basis für diese Maskottchen und zugleich Namensgeber für unser Projekt soll der Eisvogel (wissenschaftlich: Alcedo artthis) sein. Seine Verhaltensweisen sind geeignet als Symbol für das Fechten zu dienen:
  • der Eisvogel misst sich in Ausdauer, Kraft und Belastbarkeit mit seinen Rivalen, ohne diese zu verletzen,
  • die Jagdmethode des Eisvogels ist das Stoßtauchen,
  • der Eisvogel ist bekannt durch seinen schnellen, geraden Flug.
Zudem symbolisiert die Farbgebung des Eisvogels sowohl die Farben des Landes Schleswig-Holstein als auch die Farben des ETSV Gut Heil Itzehoe.
 
Literatur
Barth, B. und Beck, E. (2000): Fechttraining. - Meyer & Meyer, Aachen.
Gerlach, E. (2004): Sportengagement und Entwicklung von Heranwachsenden. Eine Evaluation zum Paderborner Talentmodell. - http://sport.uni-paderborn.de/entwicklung/ sportundentwicklung.html. 28 S.
Horn, M. (2006): Projekt Fechten. – http://www.ghs-pesta.de/Download/. 8 S.
Kriemler, S., Dössegger, A. und Zahner, L. (2004): Kinder zum Sport bewegen Sport – auch eine Altersvorsorge. - Pädiatrie 4/04: 21.
Kriemler, S., Dössegger, A. und Zahner, L. (2004): Projekt « Aktive Kindheit » - Update zur Bewegung im Kindesalter. - Pädiatrie 1/07: 6-8.
 Weitere Informationen zum Fechtmobil unter www.fechten.org
 


(Aktuelle Vorlage für einen Sticker, entwickelt von unserem Projektleiter Kai)
 
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